Willkommen zum kleinen Tutorial über Resinbausätze

Eines vorweg: Ich arbeite nicht mit der Airbrush, sondern pinsele alles von Hand. Erwartet also bitte keine Anleitungen für besondere Airbrushtechniken. Dafür gibt's jede Menge Anleitungen im Netz

Resinbausätze oder GARAGE KITS (bitte sagt nicht MODELKIT, dieses Wort bezeichnet allgemein einen Modellbausatz, ganz gleich ob Plastik, Vinyl, Resin, Holz...) bestehen (der Name sagt es bereits) aus Resin. Dabei handelt es sich um ein Kunstharz, mit dem man während des Gußvorganges auch feinste Details abformen kann.

Resinbausätze bestehen aus massiv gegossenen Teilen. Anders zum Beispiel als hohle Vinylbausätze. Oder Plastikbausätze, die zumeist erst während der Montage zu einem dreidimensionalen Körper zusammengefügt werden.

Gutes Resin zeichnet sich dadurch aus, daß es relativ weich ist. Man kann es also relativ problemlos mit einem Cutter (X-ACTO-Knife) und Schleifpapier bearbeiten. Dazu später mehr. Die meisten Bausätze werden aus weißem Resin gegossen. Viele japanische Hersteller benutzen inzwischen Resin, das apricotfarben ist. Uns sind aber auch schon ganz abenteuerliche Farben (wie PINK!) untergekommen. Dies dient offensichtlich dem Kopierschutz. Nach dem Motto: Ist das Teil nicht grün (oder gelb, blau, pink....), handelt es sich nicht um ein Original. Die Erfahrung lehrt, das gefärbtes Resin etwas (wirklich nur ein bißchen) schwieriger zu bearbeiten ist.

Und dies ist der Bausatz, um den es gehen soll - SABER, aus FATE STAY NIGHT. Sie scheint ein wenig verschlafen zu haben und erledigt nun mindestens drei Dinge auf einmal. Frauen sind eben DOCH multitaskingfähig.

TEIL 1: DIE VORARBEITEN

Nach dem Auspacken erhalten wir einen Überblick über die Teile. Wichtig war mir hier, daß es sich um ein anfängertaugliches Modell handelt. Saber besitzt mit 1/8 einen angenehmen Maßstab, der viele Details ermöglicht. Die Teile sind so angelegt, daß man nicht an bereits bemalten Teilen Schleifen und Spachteln muss (dazu später mehr).

 
Beim Guß enstehen Grate und Nähte. Die wollen erst einmal entfernt sein. Zur besseren Ansicht habe ich die Gußgrate markiert (rote Kringel).
 
Diesen fiesen Dingern rücken wir mit Werkzeug zu Leibe. Nämlich dem berühmten Seitenschneider, Cutter und NASS!!!-Schleifpapier.
 
Da sehen wir einen dieser Gußgrate in Nahaufnahme. Der hat zu verschwinden.
 
Solche Gußgrate nimmt man am besten mit dem Seitenschneider ab. NICHT GANZ NAHE an das eigentliche Bauteil herangehen. Denn sonst könnte man zuviel wegschneiden. Und das müsste man nachher wieder verspachteln oder nachmodellieren. Sollte man vermeiden.

Den Rest des Gußgrates vorsichtig mit dem Cutter wegschnitzen und dann glattschleifen. Ich benutze für diese Arbeit meist 320er und 400er Schleifpapier - Je nach Resinhärte und Stärke der Naht.

Auf keinen Fall eine gröbere Körnung benutzen - die beschädigt die Oberfläche des Bauteiles.

 

Gehen wir also mal davon aus, daß jetzt alle Gußgrate verschwunden sind.
Also wird es Zeit, daß wir uns um die Nähte kümmern.
Ich habe zur besseren Ansicht einfach mal die Nähte auf einem Bein nachgezogen. Hier die Vorderseite:
 

Und die Rückseite.
 
Es empfiehlt sich, einzelne Streifen vom NASS-Schleifpapierbogen abzureißen. Diese dann knicken, daß sie gut in der Hand liegen (AUSPROBIEREN!).
Das Resin an der zu verschleifenden Stelle befeuchten und mit dem Schleifvorgang beginnen. Die Feuchtigkeit bindet den Resinstaub.
Immer daran denken, quer über die Naht zu schleifen und dabei der "Rundung" zu folgen. Der kleine Pfeil soll das andeuten.
 
Leider ergibt es sich, daß man beim Schleifen hin und wieder auch Strukturen auf den Bauteilen entfernt.

Hier schön zu sehen (hoffe ich): Die Kante Socke/Unterschenkel wurde in Mitleidenschaft gezogen. Das lässt sich aber korrigieren.
 
Dazu nimmt man wieder einen Streifen Schleifpapier und faltet den SEHR HART "auf Kante" und schleift dann wieder die entsprechende Linie ins Resin. Auch hier wieder der Rundung des Beines folgen.
Hoffentlich erkennt man das einigermaßen auf dem Foto.
 
Fertig. Wir haben wieder eine Vertiefung zwischen Socke und Bein.
Auf diese Art und weise bearbeitet man auch Falten in Textilien, die beim Schleifen eventuell entfernt oder unterbrochen wurden.
Diese Technik (gefalztes Schleifpapier) ist auch gut geeignet, um überhaupt tiefergelegene Stellen in Kleidung oder sonstwo zu erreichen.
 
Nun heißt's VORSICHT! Denn auf den Ärmelinnenkanten verlaufen Gußnähte, aber auch "Strukturnähte". Wie bei jedem Pullover auch.
Es ist wichtig, daß man sich VOR dem Schleifen darüber klar wird, was gewollte Struktur und was zu verschleifende Naht ist.
Die DUNKEL markierten Nähte liegen tiefer und sind gewollt. Jeder Pulloverärmel besitzt solche Nähte. NICHT wegschleifen. Die HELLER markierten Nähte (kann man die sehen??) rühren vom Guß her und müssen weg.
 
Nach etwa zwei Stunden Arbeit war alles sauber verschliffen. Das Resin ist schön weich und leistete so gut wie keinen Widerstand.

Zwei Dinge sind bei diesem speziellen Bausatz noch wichtig:

1) Die Haarsträhne (roter Kreis) besitzt noch ihren Gußgrat. Denn irgendwo will man sie beim Bemalen ja festhalten. Wenn man sie JETZT schon am Kopf befestigen WÜRDE, liefe man Gefahr, daß sie beim Bemalen abbricht. Das wollen wir nicht.

2) Beim Löwen (grüner Kreis) darauf achten, daß der kleine "Gnubbel" hinter dem Kopf KEIN GUSSGRAT ist. Dort wird später fein durchgebohrt und eine Schnur hindurchgezogen.

Es ist und bleibt wichtig: Jedes Teil genau anschauen, mit der Anleitung vergleichen und die Funktion dieses Bauteiles verstehen.

 
Sodann (hierfür gibt´s kein Bild) muss man die Teile abwaschen.

Denn durch das Schleifen hat sich insbesondere in Ritzen und Kanten Resinstaub abgesetzt.

Hier ist ein wenig Vorarbeit vonnöten. Man sucht sich ein sicheres Plätzchen im Arbeitsbereich, das von Haustieren (oder eventuell vorhandenen kleinen Geschwistern) nicht erreicht werden kann. Dort legt man Küchentücher aus.

Dann ab ins Badezimmer.

Lauwarmes Wasser ins Waschbecken, die Teile hinein, dazu normale Handseife.

Die Teile vorsichtig mit einer alten Zahnbürste abschrubben.

Danach noch einmal mit klarem Wasser abspülen und über Nacht zum Trocknen auf das Küchenpapier legen.
 
Um die Bauteile zu grundieren - und auch besser bemalen zu können - spieße ich sie gern auf sogenannte Prickelnadeln. Sie eignen sich sehr gut, weil sie eine lange und spitze Metallnadel besitzen. Damit kann man sehr gut (und tief, wenn´s sein muss) ins Resin hineinbohren.
 
Hat man gerade keine Prickelnadeln zur Hand, muss man zur etwas aufwendigeren Hi-Tech-Methode greifen.
Also ins Bauteil hineinbohren (ich benutze dafür immer meinen treuen Pseudo-Dremel aus dem Hause PEBARO) und einen Zahnstocher oder Schaschlikspieß hineinversenken.
Hält auch bombig.
 
Alles aufgespießt, mit Küchenpapier umwickelt (damit die Nadeln nicht zu schnell zu unansehnlich werden) und in einen Styroporblock gesteckt.

Ich benutze übrigens seit seeeehr langer Zeit stets dieselben zwei Blöcke dafür.

Der Grundierer ist im Rollenspielladen um die Ecke (oder per Internet) erhältlich. Meiner Meinung nach taugt diese Sorte besser als das Zeug von Games Workshop, aber das ist wohl eh ´ne Glaubensfrage.

Es gibt nämlich auch Leute, die Grundierer aus dem Baumarkt verwenden - oder solchen fürs Auto. Manch einer soll gar keinen Grundierer benutzen. Wieder andere Bastler bevorzugen schwarzes oder graues Grundierspray.

Hier gilt: Ausprobieren, womit man am besten zurandekommt.

Eine Sorte, die ich für Handpinsler nicht empfehlen kann, ist TAMIYA. Darauf will die wasserlösliche Acrylfarbe einfach nicht halten. Wie Dittsche sagen würde: Das perlt.

Worauf man ebenfalls achten sollte: Nicht zu lange und zu viel auf eine Stelle sprühen. Der Grundierer läuft dann eventuell wie Gelee am Bauteil herab. Dann muss man ihn fix abwischen und nochmal mit der Flasche kurz(!) draufhalten.
 
So, nun sind alle Teile fertig grundiert, der Grundierer ist trocken. Und damit sind die Vorarbeiten auch schon erledigt. ..............................Dort geht's ä ........Oder zum

 

               
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