EIGENTLICH hatten wir vor, NIE wieder die Kieler Woche zu besuchen.Gar zu hoch war die Anzahl der minderjährigen
Alkoholleichen,die bereits am Nachmittag überall herumlagen. Zu widerwärtig waren die Zustände im Hauptbahnhof gewesen.
Beispiel gefällig?
Die Regionalbahn aus Hamburg kam an und einige bereits bei Ankunft sturzbesoffene Fahrgäste hatten nichts Besseres zu tun,
als in die Mülleimer auf dem Bahnsteig zu urinieren. Aber es hieß im Vorfeld zur Kieler Woche 2006, man wolle vieles ändern.
Also genehmigten wir uns die Zeit ab Mittwoch und pendelten zwischen Gartenarbeit und Segelvolksfestspektakel hin und her.

Hier sind unsere Impressionen:

Wir wissen nicht, ob es sich hierbei um die ORIGINAL-Polente aus der legendären TV-Serie HALS ÜBER KOPF
handelt - nett anzuschauen ist dieses Vehikel allemal. Es stand (wie könnte es anders sein?) an der Polizeiwache
Kiellinie und wurde (was auch wenig verwunderlich ist) vornehmlich von Erwachsenen über 30 bestaunt.
Während der Kieler Woche wird die gesamt Stadt zur Bühne. Überall stehen Aufbauten, Festzelte, kleine und größere Bühnen - und für wirklich jeden Geschmack wird etwas geboten.
Im mittelalterlichen (und Piraten-) dorf gaben die "Dudelzwerge" ihr Äußerstes - Leider waren wir nur beim "Soundcheck" zugegen. Ein dänisches Musikkorps spielte in der Haifischbar auf - latürnich darf auch der
obligatorische Depp nicht fehlen, der sich zum Affen macht.

Besonders hörenswert: Konzerte der BAD BOBS - eine Coverband, die mit solider Handwerkskunst, exzellenten Bläsersätzen und einer gehörigen Portion schwarzen Humors besticht. Besonders zu empfehlen: Der "Cobain-Song", der sich ein bißchen nach Eric Claptons Version von J.J. Cales COCAINE anhört. Leider war der Humor an das leicht alkoholisierte Publikum (das einfach nicht zuhören wollte) verschwendet.



Die Piraten und ihre Schießübungen - da fiel auch schon mal eine (künstliche) Hand zu Boden. Sehr zur Erheiterung des erwachsenen und zum Grausen des
minderjährigen Publikums. Der ohrenbetäubende Donner der Pistolen und Kanonen taten ein Übriges.

Ohne sie ist die Kieler Woche undenkbar - die Straßenkünstler und "Walk Acts"

Zwischendurch ein Blick aufs Wasser - Nanu, was schippert denn da herum..? Nee, keine Panik - auf diesen zwei Bildern kann man's noch nicht sehen.

Da hatte die Kieler Müllabfuhr doch tatsächlich einen dieser Container seetüchtig gemacht - und die unermüdlichen Müllwerker fischten mit ihren Keschern jede Menge Schrott (vornehmlich Flaschen und Dosen) aus dem Wasser.
Ein kurzer Blick auf den Rathausplatz mit der Fackel und dem Internationalen Markt der kulinarischen Köstlichkeiten. Rechts im Bild: Der Stand aus Thailand.
Hier gab es nur lecker Essen und keine schlechten Recasts.


Die Kontroverse der diesjährigen Kieler Woche - direkt bei den Verkaufsbuden an der Kiellinie hatte man einen "Behelfsflughafen" zu Wasser gelassen.
Wenn der Hubschrauber zu seinen Rundflügen startete (und wieder landete), verursachte er einen Heidenlärm. Einige Segler und Händler fühlten sich arg
gestört. Es gab sogar kurzzeitig eine einstweilige Verfügung, die die Flüge stoppte. Aber, wie man sieht, kam das Gericht zu der Auffassung, man müsse
mit dieser Lärmbelusti- (sorry) Belästigung leben.
 
Seit Kurzem besitzt Kiel einen neuen Rummelplatz - direkt an der Hörn, gegenüber dem CAP und dem Bahnhof. Und auch zur Kieler Woche "rummelte" es hier gewaltig. Kleiner Bonus: Wer zum Rummel wollte, kam an den herrlichen Schiffen im Museumshafen (teilweise zur Besichtigung freigegeben) nicht vorbei.





Es folgt ein besonderer Hingucker und Besuchermagnet: Ein Mississippi-Raddampfer:


Auf diesem Dampfer (der übrigens NICHT mit Dampf, sondern per Diesel fährt, das Rad ist nur bewegliche Zierde und sieht toll aus, wenn es sich dreht) wurdenShows im Moulin-Rouge-Stil aufgeführt (hieß es) - und Regatta-Begleitfahrten konnte man ebenfalls buchen.

Der Hörn Campus - ein unglaublicher Glastempel, von dem ich noch immer nicht weiß, wozu er gut ist. Vermutlich weiß das niemand.

Wie Else Stratmann schon so richtig sagte: Es ist geradezu unheimlich, was Menschenhand sich alles ausdenkt. Besonders, wenn es um neue Höllenmaschinen fürRummelplätze geht. Ja, diese beiden Herren hängen tatsächlich an einem Baukran und werden herumgeschwenkt.
Typisches Kieler-Woche-Ärgernis: Dicke, häßliche Männer mittleren Alters, mit schütterem Haar und in
albernen T-Shirts, die Jugendlichkeit vorgaukeln wollen, stellen sich vor JEDEM Glücksrad (Beweis: Tüte
in der Hand) an, um dämliche und völlig sinnlose Preise abzugreifen.

Vielleicht sollte man erwähnen, daß auch im schlimmsten Getümmel der Fährbetrieb der COLOR-, STENA- und aller anderen Fährlinien weitergeht.

  Übrigens ist es gar nicht so einfach, Heißluftballons aus dem Fenster eines fahrenden Busses zu photographieren.

Am zweiten Kieler-Woche-Samstag findet die traditionelle Windjammerparade statt. Es ist ratsam, sich rechtzeitig um einen vernünftigen Stand- und Photographierplatz zu kümmern. Also, wenn die Förde noch leer und frei ist. Wir waren in Heikendorf. Und bewunderten die optische Täuschung auf dem Kutter.

Diese Möwe wollte es einfach nicht wahrhaben, daß hundert müllionen Menschen am Ufer stehen, aber NIEMAND einen Happen für sie dabeihat.

Und dann ging es los. Es folgen einige Supermonumentalmegamördermonstercineramaweitwinkelaufnahmen. Es ist besser, man clickt sie an.


















Tja, das war sie, die Windjammerparade. Und nun kann ich endlich behaupten, die Gorch Fock in rasender Fahrt auf der Kieler Förde gesehen zu haben.
Ernsthaft, es ist wirklich ein toller Anblick, wenn die Förde sich von Minute zu Minute mit Seglern füllt, die (abgesehen von der einen oder anderen Begleitbarkasse) lautlos vorübergleiten. Und daß in diesem Gewimmel von großen und kleinen Booten nichts passiert, spricht sehr für das Organisationstalent der
Verantwortlichen und das Können all der Berufs- und Freizeitkapitäne.
 
Am Sonntag dann gelang uns der große Überraschungscoup - wir schafften es, schnell genug eines der Fördefährboote zu entern, um noch Restkarten für die große Feuerwerksfahrt zu ergattern.





Vorbei an der HDW ging es dann auf die Förde, während mit der Dämmerung an Land wie auf See ein hübscher Lichterzauber einsetzte.



Leider mussten wir der Dunkelheit wegen die Bilder schon sehr lange belichten - und das auf einem schwankenden Schiff...

Um uns in Sicherheit zu wiegen, demonstrierten die Jungs vom SAR-Kreuzer noch, wie gut sie ihre Löschapparate beherrschen.

 
Dann war es soweit - das große Höhenfeuerwerk begann. Leider lag unser Kahn doch etwas außerhalb. Und leider ist auch die ALDI-Cam einem
Feuerwerk nicht wirklich gewachsen. Trotzdem: Hier sind einige Photos. Anhand der verschlungenen roten und grünen Lichtschleifen kann man übrigens sehr
gut die Schlingerbewegungen des Bootes während der Aufnahmen nachvollziehen.












Tja, das war dann unsere Kieler Woche 2006.

 

Aber HALT! Einen hamwer noch. Gleich am ersten Tag fanden wir diese übernächtigte und verfrorene Hummel im Garten.
Etwas Handwärme und viel Zuckerwasser genügten, um sie wieder flott zu machen.

 

               
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